Werkzeuge neu denken: von der produkt- zur kundenzentrierten Innovation

erstellt am 26. März 2015

Die deutsche Werkzeugindustrie befindet sich in einer Innovationsfalle. Einerseits steht sie in einem harten Preiswettbewerb von Billiganbietern und andererseits bietet sie relativ leicht zu kopierende und niederkomplexe Produkte an. Welche Strategien und Handlungsspielräume hat die Branche in dieser Situation? Diesen Fragen sind wir gemeinsam mit den launchlabs und zehn Unternehmen aus der Werkzeugindustrie am 3. und 4. März in einem Innovationsworkshop nachgegangen.

Die Rahmenbedingungen in der deutschen Werkzeugindustrie verschärfen sich seit Jahren. Billigimporte aus Osteuropa und Asien sowie die zunehmende Marktmacht von Handelspartnern mit ihren Eigenmarken reduzieren Marktanteile und Marge gleichermaßen. Was in vielen anderen Technologiebranchen als Lösungsstrategie funktioniert, scheint in der Werkzeugindustrie nicht selbstverständlich: Differenzierung und Wettbewerbsvorsprung durch Innovationen.

Doch gerade in reifen Märkten, wie die der Werkzeugindustrie, entstehen die Innovationsschübe nicht zwangsläufig in der Technologie. Die größten Veränderungen durch Innovation können mittlerweile im Bereich der Vertriebs- und Kundenbeziehungen erreicht werden. Digitalisierung ist dabei nur der technische Teil eines Lösungsansatzes. Im Kern geht es immer mehr darum, Menschen und ihre veränderten Kaufgewohnheiten zu verstehen und ihnen darauf aufbauend einen Mehrwert gegenüber Wettbewerben anzubieten. Und genau da haben wir mit dem Innovationsworkshop angesetzt.

»Ich habe in den vergangenen zwei Tagen erst verstanden, wie wenig klassische Marktforschung uns die Bedürfnisse unserer Nutzer erschließt und wie wichtig das für unsere Arbeit ist.«

Unter der Schirmherrschaft des Fachverbandes der Werkzeugindustrie haben sich am 3. und 4. März 15 Teilnehmer aus zehn Unternehmen für zwei Tage mit alternativen Innovationskonzepten auseinandergesetzt. Am ersten Tag haben die Unternehmer und Entwickler im planet modulor (www.planetmodulor.de) Zukunftskonzepte im Einzelhandel sowie bei fünf Werken Extremanwender von ganz unterschiedlichen Werkzeuggenerationen kennengelernt. Derartig inspiriert, haben sich die Werkzeugleute am zweiten Tag in einen Innovationssprint begeben. Drei Gruppen à fünf Experten sollten für drei unterschiedliche Nutzer von Werkzeugen mit Mitteln des Design Thinkings individuelle Herausforderungen lösen.

»Wir sind extrem schnell ins Machen gekommen, hatten keine endlosen Diskussionen und haben etwas wirklich neues entwickelt.«

Der Innovationsworkshop wurde von Johannes Pauen (Geschäftsführender Gesellschafter von kleiner und bold) und Simon Blake (Geschäftsführender Gesellschafter von launchlabs) moderiert. Johannes Pauen gehört zu Deutschlands führenden Markenstrategen für den internationalen Mittelstand. Er begleitet den FWI seit fünf Jahren mit seinen Workshops zu den Themen Markenführung und Digitalisierung in der Werkzeugindustrie.

Simon Blake hat von 2008 bis 2012 das Ausbildungsprogramm der D-School am Hasso Plattner Institut in Potsdam aufgebaut, welches nach der gleichnamigen D-School in Stanford, USA, Europas führendes Institut in dieser Ausbildung ist. Mit den launchlabs bietet Simon Blake seit 2012 ein Innovationslabor mit Innovationsprogrammen und -methoden für Unternehmen an.

Mehr Infos unter: www.launchlabs.de

Kat:

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