kub & friends ist unser Vortrags- und Diskussionsformat

Mit kub & friends wollen wir Kunden, Kollegen und Freunden des Hauses ein Forum zu aktuellen Themen aus Branding und Kommunikation bieten. Von der Präsentation wissenschaftlicher Untersuchungen über Erfahrungsberichte bis zu Fallstudien: rund zwei bis drei mal im Jahr kommt ein Kreis von rund 50 Experten aus Wissenschaft und Praxis zu einem inspirierenden Gedankenaustausch zusammen.


Bazon Brock

Bazon Brock am 24.01.2014 zu Gast bei kub & friends

In Rahmen unser Veranstaltungsreihe kub & friends referierte Bazon Brock, der renommierte Kunst- und Kommunikationstheoretiker vor über 70 geladenen Gästen zu dem Thema »Kommunikation ohne Verstehen«.

Durch Verstehen kann man die Welt nicht verändern. Denn man kann sie nicht in seiner Zeit verstehen. Je spezialisierter eine Branche und ein Thema, desto mehr Generaldiletanten wirken mit. Wie entsteht zum Beispiel Vertrauen zu Banken, wenn keiner deren Unternehmenszweck und -modell erklären kann?

Mit der Neuinterpretation von Darwins Evolutionstheorie wächst das Verständnis für die Rolle des Designs. In der Naturevolution wird anders als in der kulturellen Entwicklung nicht von einer vorgreifenden Erkenntnis der Wirkungsmöglichkeiten ausgegangen, sondern vielmehr müssen sich die Mutationen ohne Berücksichtigung der Bedingungen ihrer Lebensmöglichkeit behaupten. Übertragen auf die Kulturevolution heißt das: Wir müssen immer schon kommunizieren, bevor die Chancen gegeben sind, die Voraussetzungen für unsere Weltverhältnisse zu verstehen.

Sinn der Forschung ist, heute zu wissen, was man nicht weiß: »The Known Unknowns«
Wir wissen heute, dass Probleme meist durch die Schaffung neuer Probleme gelöst werden, die meistens größer sind und untereinander agieren (bspw. Klimaverschmutzung). Heutige Probleme sind deshalb welche, weil sie NICHT lösbar sind. Nach vielen aberwitzigen Versuchen folgt die Erkenntnis, dass Wetter nicht manipulierbar und es an der Zeit ist einen Regenschirm zu kaufen. Wetterschutz ist der richtige Ansatz. Seit 1991 ist es ein zentrales Anliegen, Wissen und Vertrauen darin zu stärken, sich nicht mehr für das Nichtwissen zu entschuldigen, sondern seine Intelligenz darauf zu konzentrieren, mit den Problemen umzugehen.

Heute hat das Design die Aufgabe zu erfüllen, täglich mit der Unzahl von Artefakten das Alltagsleben zu bestreiten, ohne zu verstehen, wie beispielsweise ein Ottomotor funktioniert, der Elektronenfluss die Beleuchtung ermöglicht oder Sand (Silicium) die Informationsverarbeitung möglich macht. Intuitive Bedienbarkeit ist ein Designkonzept der Kommunikation ohne Verstehen.

Bazon Brock, Denker im Dienst und Künstler ohne Werk, ist emeritierter Professor am Lehrstuhl für Ästhetik und Kulturvermittlung an der Bergischen Universität Wuppertal und Träger mehrerer Ehrendoktorwürden. Er entwickelte die Methode des »Action Teaching«, bei dem der Seminarraum zur Bühne für Selbst- und Fremdinszenierungen wird. Bazon Brock repräsentiert das »Institut für theoretische Kunst, Universalpoesie und Prognostik« und ist Gründer der Denkerei / Amt für Arbeit an unlösbaren Problemen und Maßnahmen der hohen Hand mit Sitz in Berlin.


www.bazonbrock.de
www.denkerei-berlin.de